Ringversuch in Leipzig
Qualifi­ka­ti­ons­nachweis für die Spannstahl­bruchortung an Bahnbrücken mit BTE-Fertig­teil­trägern


2022_Leipzig_Ringversuch

Erster Termin beim Ringversuch (Unterseite)

2023_Leipzig_Ringversuch

Zweiter Termin beim Ringversuch (Unterseite und Seiten­flächen)

Die magnetische Streufeld­messung (Remanenz­ma­gne­tismus-Verfahren) ist ein zerstö­rungs­freies Messver­fahren, um den Zustand der Spannbe­wehrung (Spannglieder / Spanndrähte) von Bestands­bau­werken festzu­stellen.

Der Spannbeton findet überall dort Anwendung, wo barrie­refrei lange Stützweiten überbrückt werden müssen, z.B. im Hallenbau (Produktions- und Sporthallen), bei Parkhäusern und natürlich bei Brücken.

Deutschland als Industrie- und Exportland ist vor allem von einer gut ausgebauten Infras­truktur abhängig. Bei Straßen- und Autobahn­brücken hat sich die magnetische Streufeld­messung mit dem Einsatz von unterschiedlich großen Messgeräten (je nach Abhängigkeit des zu untersu­chenden Bauteils) seit Jahren etabliert, um den Zustand der Spannbe­wehrung hinsichtlich der Tragfä­higkeit und der Dauerhaf­tigkeit der Bauteile bestimmen zu können.

Für den Güterverkehr und auch den Personen­verkehr spielen neben den Straßen- und Autobahn­brücken auch die Bahnbrücken eine wichtige und entscheidende Rolle. Deutschlands Schienennetz führt über viele Brücken, die in Spannbe­ton­bauweise ausgeführt sind. Vor allem bei den Bestands­brücken älteren Baujahrs ist das Wissen über den Zustand der Spannbe­wehrung von entschei­dender Rolle, denn sie entscheidet über den Umfang einer Sanierung oder auch über die Notwen­digkeit eines Ersatz­neubaus.

Die Deutsche Bahn unterhält viele Bestands­brücken, bei denen spannungs­riss­kor­ro­si­ons­ge­fährdeter Hennigs­dorfer Spannstahl in BTE-Fertig­teilen verbaut worden ist. Im Rahmen einer notwendigen Untersuchung dieser Bauwerke hat die DB Netz AG in Zusamme­n­arbeit mit der MFPA Leipzig einen Ringversuch erarbeitet, um die Machbarkeit der magnetischen Streufeld­messung speziell für diese Bauteile zu überprüfen. Dieser Ringversuch dient zum Einen als Nachweis­vermögen des Remanenz­ma­gne­tismus-Verfahrens zur Ortung von Brüchen in den Spanndrähten dieser Bauteile. Des Weiteren soll aber auch die Praxis­taug­lichkeit des Verfahrens zur Untersuchung der Bestands­bauwerke der Deutschen Bahn demons­triert werden.

Unser Ingeni­eurbüro hat an diesem Ringversuch teilge­nommen und die speziell für diesen Versuch hergestellten Probekörper in den Winter­monaten 2022 zerstö­rungsfrei mit der magnetischen Streufeld­messung untersucht. Die Ergebnisse unserer Untersuchung liegen der DB Netz AG und der MFPA Leipzig vor und werden aktuell noch bewertet.

Forschung und Entwicklung
Optimierung und Ausbau zerstö­rungs­freier Prüfver­fahren


2016_REM 350_Magnetspulen

Magnet­spulen des REM 350

Entwicklung der großen Messeinheit zum REM 350

Die große Messeinheit wurde im Rah­men eines For­schungs­­vor­­ha­bens an der Tech­nisch­en Uni­ver­­­si­tät Ber­lin (TU Ber­lin – In­sti­tut für Bau­in­­ge­­ni­eur­we­sen) un­ter der Lei­tung von Prof. Dr.-Ing. Bernd Hille­­mei­er ent­wickelt. Im Jahr 2006 wur­de das Mess­sys­tem mit dem Inno­va­ti­ons­­preis Ber­lin-Bran­den­burg aus­ge­­zeich­net („Ma­gne­tisch­er Ge­sun­d­heits­­nach­weis für Spann­­be­ton­­brü­cken“). Zu die­ser Zeit be­stand das Mess­sys­tem aus einem Groß­ma­g­ne­ten mit einem nach­ge­­führ­ten Ro­ta­ti­ons­­­sen­sor.

Ziel des Forschungs­vor­habens war die Wei­ter­ent­wick­lung des Re­ma­­nenz­­ma­g­ne­tis­mus-Ver­fah­rens (RM-Ver­fah­ren), um Quer­spann­glie­der von Spann­­be­ton­­brü­cken schnell, effi­zient und zer­stö­rungs­frei zu un­ter­­su­chen und somit den Zu­stand der Spann­glie­der hin­sicht­lich der Rest­trag­­fä­hig­keit der Kon­struk­tion ana­ly­­sie­ren zu können.

Brücken­bauwerke weisen sowohl in Längs- als auch in Quer­rich­tung eine Vor­span­nung auf. In der Ver­gang­en­heit sind die Brü­cken­­über­­­bau­ten schlanker aus­ge­führt wor­den, wes­halb in der Fahr­bahn­­plat­te in dich­tem Ab­stand Quer­spann­glie­der an­ge­ord­net wor­den sind.

Neben den Längsspann­gliedern, die die Brü­cken­trä­ger oder die Hohl­kas­ten­ste­ge vor­span­nen, sind vor allem auch die Quer­spann­glie­der im Hin­blick auf die ver­wen­de­te Spann­­stahl­art, auf die star­ke Chlo­ri­d­­be­las­tung durch den Ein­satz von Tau­sal­zen und auf den stei­gen­den Gü­ter­­ver­kehr un­ter be­son­de­re Be­ob­ach­tung zu stellen. Die Aus­füh­rung des Ro­ta­ti­ons­­­sen­sors er­wies sich aller­dings für den Bau­stel­len­­ein­satz als nicht ro­bust ge­nug, wes­we­gen eine Wei­ter­ent­wick­lung des Magnetsensors zu dem jetzi­gen Li­nien­­sen­­sor­­sys­tem not­wen­dig war.

Die Anforde­rungen an Un­ter­­su­chungs­­­me­tho­den von Quer­spann­glie­dern in Brü­cken­­bau­wer­ken sind die Zer­stö­rungs­­frei­heit, die Schnell­ig­keit, die Mi­ni­­mie­rung der Ver­kehrs­­be­hin­­de­rung und die Wirt­schaft­­lich­keit. Sämt­lich­es wird mit der großen MobiRem-Messeinheit (“REM 350”), bestehend aus dem fahr­ba­ren Elek­tro­­ma­g­ne­ten mit dem nachge­führten Liniens­can­ner­system, er­reicht, wo­durch eine schnelle und aus­sa­­ge­­kräf­ti­ge zer­stö­rungs­­freie Prü­fung der Quer­spann­glie­der in Fahr­bahn­­plat­ten von Brü­cken­­bau­wer­ken er­mög­licht wird.

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Unser Team ist im wissen­schaft­lichen Erkennt­niss­aus­tausch engagiert und forscht intensiv an effizienten Techno­logien und Methoden der zerstö­rungs­freien Prüfung im Bauwesen

Information brochure of RM-method engl. Jan 2023 Seite 01

Brochure about remanent magneti­zation

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Infobroschüre zum RM-Verfahren dt_Jan 2023_Seite_01

Infobro­schüre: Magne­tische Streufeld­messung

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Wissens­wertes zu den PDF-Downloads

Zu zer­stö­rungs­­freien Prü­fungen(ZfP) im Bau­wesen zäh­len neben gängigen Prüf­ver­­fahren vor allem die ma­gne­tische Streu­­feld­­messung, das Ultra­­schall­­ver­­fahren, das Ra­dar­­ver­­fahren, das ma­gne­tische In­duk­ti­ons­­­ver­­fahren sowie che­misch phy­si­­ka­­lische Ver­fahren zur Festig­keits­­be­­stimmung und Korro­­si­ons­­­de­tek­tion. Für die magnetische Streufeld­messung stellen wir an dieser Stelle eine Infobro­schüre in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Hier lassen sich Antworten auf folgende Fragen finden:

  • Was ist eine magnetische Streufeld­messung?
  • Warum versagen Spannstähle?
  • Wie funktioniert der physika­lische Effekt und das Messprinzip bei der Spannstahl­bruchortung?
  • Welche Messtechnik kommt bei den Untersu­chungen zum Einsatz?

PUBLIKA­TIONEN (Auszug):

  • Bernd Hillemeier: Das Erkennen von Spann­­draht­­brüchen an ein­be­to­­nier­ten Spann­­stäh­len. Vor­trä­ge Be­ton­tag, Deut­scher Be­ton-Ver­ein e. V, Wies­ba­den, 1993.
  • Bernd Hillemeier: Assess­ment of Struc­tural Sta­bi­li­ty of Pre­stressed Con­crete by Non-Des­truc­tive De­tec­tion of Steel Frac­tures. Pro­cee­dings Vol. 1 of the In­ter­na­tio­nal Sym­po­si­um Non-Des­truc­tive Tes­ting in Ci­vil En­gi­­neering (NDT-CE), Deut­sche Ge­sell­­schaft für zer­stö­rungs­­freie Prü­fung e. V., S. 23–29, 1995.
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